Donnerstag, November 18, 2004

Störung

Das neueste ZOPE-Update des Rechenzentrums der KU hat leider die Seite gelöscht auf der die Downloads zur Verfügung standen. Danke liebes RZ.
Bis morgen ist hoffentlich wieder alles online. Sorry.

Dienstag, November 16, 2004

Zusfas. Stichproben und Hypothesen

Eine Zusammenfassung der bisherigen Befunde samt Denkanstößen für die kommende Woche von Herrn Arnold gibt es hier 76KB, .pdf Format. (Mit anderen Worten, die Folien, die er heute gezeigt hat ;)

auf dem Stand von 1955

ich hatte es ja weiter unten schon mal angesprochen: der Koeffizient zur Inter-Rater-Reliabilität von Früh (2004) bzw. Holsti (in North et al., 1963, 1949) stinkt zum Himmel.
Die Formel lautet CR = 2*Ü/(U1+U2) mit Ü = Anzahl Übereinstimmungen und U1, U2 = Anzahl der von Urteiler 1,2 abgegebenen Urteile. Wie man leicht sehen kann gibt es keine Korrektur für die Anzahl zufälliger Übereinstimmungen. Konkret bedeutet das, dass man bspw. bei drei Merkmalsausprägungen und Auswürfeln der jeweiligen Zuordnung (Gleichwahrscheinlichkeit der Alternativen vorausgesetzt) eine Reliabilität, d.h. eine Messgenauigkeit (!???) von 0.3 erhält. Ohne gemessen zu haben! Bei sieben Merkmalsausprägungen bekommt man leider nur noch eine Reliabilität von 0.14 geschenkt. Der Fehler nimmt also mit der Zahl der Kategorien ab, bzw. andersherum, man sollte wenig Merkmalsausprägungen verwenden, wenn man eine hohe (Schein-)Reliabilität erzielen möchte.
Das alles weis man seit den fünfziger Jahren, und dementsprechend hat Merten auch schon 1983 (S. 304f) in der Erstauflage seines Buches umfangreich begründet weshalb ein zufallskorrigierter Koeffizient wie Scotts Pi (1955) oder Cohens Kappa verwendet werden sollte. (pi = (C-p)/(1-p) wobei C = Anteil Übereinstimmungen und p = Wahrscheinlichkeit zufälliger Übereinstimmung = Sum(p(i)*p(i)), wobei p(i) der Anteil der Codierentscheidungen für Kategorie i ist). Lauf hat 2001 ebenfalls eine solche Begründung vorgelegt und überdies auf die mangelhafte Darstellung der Reliabilitätsprüfung in publizistischen Fachzeitschriften hingewiesen.
Dessen ungeachtet findet sich der Koeffizient bei Früh (2004, S. 181) (übrigens ohne Verweis auf Holsti als Quelle), Brosius und Koschel (2001) und Bonfadelli (2002) verweist auf Früh (2001, inhaltlich identisch mit 2004). Angesichts dieser Defizite in der Fachliteratur scheint es kaum der Rede wert, dass bei in Eichstätt vorgelegten Diplomarbeiten von Gamisch (2002) und Zimmermann (2001) ebenfalls der Holsti-Koeffizient verwendet wird (ohne Holsti zu nennen, ohne Aufschlüsselung nach Variablen und obwohl beide neben Früh auch Merten im entsprechenden Abschnitt zitieren).
Wohl dem, der es sich leisten kann, auf dem wissenschaftlichen Stand von 1955 zu arbeiten.
(Eine Langfassung gibt's hier: 72 KB, .pdf Format)

Literatur:
- Bonfadelli, H. (2002). Medieninhaltsforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.
- Brosius, H.-B., & Koschel, F. (2001). Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. S.156 - 203.
- Früh, W. (2004). Inhaltsanalyse: Theorie und Praxis. 5. Aufl. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.
- Gamisch, S. (2002). WWW = Wird Web Weiblich? Die Strategien von Frauenzeitschriften im Internet. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Eichstätt
- Lauf, E. (2001). ".96 nach Holsti". Publizistik, 1(46). S. 57 - 68.
- Merten, K. (1983). Inhaltsanalyse: Einführung in Theorie, Methode und Praxis. Opladen: Westdeutscher Verlag.
- North, R. C., Holsti, O. R., Zaninovich, M. G., & Zinnes, D. A. (1963). Content Analysis. A handbook with applications for the study of international crisis. Evanston/Ill.: Northwestern University Press. (zitiert nach Merten, 1983)
- Scott, W. A. (1955). Reliability of content analysis: The case of nominal scaling. Public Opinion Quarterly 19, 321-325 (zitiert nach Merten, 1983)
- Zimmermann, M. (2001). Qualität Online? Die Welt und die Süddeutsche Zeitung im Internet. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Eichstätt

Alles anzeigen!

Montag, November 15, 2004

Downloads!

Marie-Kristin und Iris waren so freundlich ihr Handout zum Thema "Theorie und Praxis der Gegenöffentlichkeit: Alternative Medientheorien und Alternativpresse" zum Download zur Verfügung zu stellen. 80KB, .doc Format.
Die Übersicht über Seminarablauf und Seminarinhalte von Herrn Arnold. 72KB, .pdf Format.
Janika, Alexandra und Benny haben ihr Handout zu Grundlagen der Inhaltsanalyse zur verfügung gestellt. 56 KB, .doc Format.
Handout von Valerie, Markus und Jenny zur IA von Internetangeboten 876 KB, .ppt Format.
Wer sonst noch Dateien zur Verfügung stellen will, bitte einfach an mich schicken, ich hänge sie dann an diesen Post an.

Sonntag, November 14, 2004

vorläufiges Codebuch

Die Tabelle ist etwas zu groß :-)

#VariableAusprägungenCode
Deskriptive Merkmale
1QuelleSZ-online1
Welt-online2
indymedia3
x-berg4
npla5
quantara.de6
2URL
3Titel
4Datum
5PlatzierungAufmacher1
auf Titelseite2
Sonstiges3
Interaktivität
6Rezipient wird Sender; (Dummy-Kodiert)
6AInteraktionsmöglichkeitja1
nein2
6Be-mail an Redakteurja1
nein2
6CForumja1
nein2
6DChatja1
nein2
6EArtikel modifizierenja1
nein2
6Feigene Artikelja1
nein2
7Rezipient ist intern1
Programmgestalterextern2
Links:keine3
Relevanz
8Bezugspunktinternational - Elitenation1
international - 3. Welt2
national3
regional4
lokal5
Subgruppe6
Sonstige7
Qualität (9-11)
9QuelleNachrichtendienst1
Journalisten2
Laien-Journalisten3
Augenzeugen4
2. Hand5
Sonstige6
10FehlerAnzahl (semantisch, syntaktisch,
Rechtschreibung)
11Lesbarkeit (Index von Flesch)
Aktualität (12-13)
12Artikelalterschon dagewesen1
(Erhebungszeit-neu2
punkte 2-4)
13zeitl. Distanz z. Ereignisweniger als 24 Std.1
24 - 48 Stunden2
bis 1 Woche3
bis 1 Monat4
länger5
Aufmachung (14-23)
14NavigationsleisteJa1
Nein2
15FarbenHauptfarbe1
3 Grundfarben2
bunt3
16ÜbersichtlichkeitRating 1-5
17AttraktivitätRating 1-5
18Lesbarkeit (Schriftgr.)Rating 1-5
19ModularitätKlicks bis Artikelende
20ScrollingJa1
Nein 2
21graphische GestaltungAnzahl Photos/Illustrationen
22graphische GestaltungAnzahl Graphiken und Tabellen
23graphische GestaltungAnzahl Infokästen
Inhaltliche Aspekte (24-28)
24ThemaPolitik1
Wirtschaft2
Kultur3
Sport4
Wissenschaft/Technik5
Reisen/Freizeit6
Medien7
Computer8
Karriere/Beruf9
Sonstiges10
25DarstellungsformenBericht1
Reportage2
Feature3
Glosse4
Portrait5
Fotostrecke6
Interview7
Kommentar8
26FunktionInformation1
Beratung2
Mobilisierung3
Unterhaltung4
27AkteurRegierung1
Wirtschaft2
Gewerkschaft3
NGO (inkl. Caritas)4
einzelne bzw. "Volk"5
Sonstige6
28MeinungKeine1
Pro Status-Quo2
Kontra Status-Quo3
Werbung (29-30)
29Anzahl kommerzielle Werbung
30Anzahl Werbung für non-profit
Hinweise:
- Kategorie 0 wurde vermieden um Probleme mit Statistikprogrammen zu vermeiden (Division durch Null)
- Kategorie 6 musste Dummy-Kodiert werden, da die Kategorien nicht disjunkt sind.
- Kategorien 16-18 werden subjektiv auf einer Skala von 1-5 bewertet, von "trifft voll zu" bis "trifft überhaupt nicht zu"
- bei Kategorien 14-18 ist die Analyseeinheit das gesamte Webangebot.

Anzeigen