"Qualität"
neulich kam im Gespräch mit Johannes die Frage auf, was den nun "Qualität" eigentlich sein soll, bzw. wie wir sie für unsere Zwecke definieren und erfassen können.
Als Laie, der von ästhetischen und publizistischen Theorien keine Ahnung hat würde ich sagen "Qualität" kann _nicht_ sein (a) "inhaltlich oder formal so nah an den traditionellen Medien wie möglich". Nicht nur, dass eine solche Definition den Status-Quo zum Höchstmaß erklärt und jede Neuerung als Qualitätsverlust definiert, sie würde auch das Ergebnis unserer Untersuchung vorwegnehmen und sie sinnlos machen. Ebenso kann Qualität nicht (b) "inhaltlich und formal so nah an alternativen Medien wie möglich" sein, aus ähnlichen Gründen.
Ebenfalls ausschließen wollen würde ich jede subjektive Erfassung von Qualität, weil es in der Bevölkerung und vor allem unter den Kodierern ein diesbezügliches Vorurteil gegenüber den alternativen Medien gibt. Wollten wir ermitteln wie vorurteilsbehaftet verschiedene Stichproben von Journalistikstudenten gegenüber alternativen Medien sind, wäre eine subjektive Beurteilung der Qualität sicher der Königsweg (und ich persönlich würde mich auch sehr für das Ergebnis interessieren), für einen Vergleich alternativer Medien mit traditionellen taugt sie IMHO nicht.
Eine vierte Einschränkung ergibt sich für mich aus dem vertretbaren Aufwand. Bspw. wäre eine detaillierte Analyse der in den Beiträgen vorgenommenen Bewertungen ein interessanter Qualitätsaspekt (im Sinne von Objektivität), ist aber IMHO in unserem Rahmen nicht zu machen. Das Auszählen von Zitaten (im Sinne von "wer kommt zu Wort" dies wiederum als Indikator für Objektivität) ist vermutlich die Grenze des Vertretbaren.
In unserem aktuellen Codebuch (noch nicht online) haben wir als Qualitätsaspekte Vielfalt (Themen, Akteure, journ. Darstellungsformen, Zitate), Aktualität (Zeit zum Ereignis)* Objektivität bzw. Ausgewogenheit (Funktion d. Beitrags, Meinung pro/contra Status-quo), Sprache (Fehler, Lesbarkeit) sowie Vollständigkeit der Quellen- und Autorenangaben. Das letzte Element ist zugegebenermaßen tendenziell eher ein Standard traditioneller Medien, wir haben es aber – nach Diskussion in der Gruppe – aufgenommen, weil wir fanden, dass es doch als Standard soliden journalistischen Handelns gelten kann. Was man – unserer Meinung nach – bspw. von der Ortsmarke nicht behaupten kann, da sie primär eine Konvention der traditionellen Medien ist (in our humble opinion).
Persönlich bin ich mit der Liste nicht so ganz zufrieden. Teilweise ist der von uns gewählte Indikator nur mittelbar mit dem entsprechenden Teilaspekt der Qualität verbunden und die Teilaspekte selbst sind eher vom Standpunkt der Erfassbarkeit formuliert und nicht ihn eine Theorie der Qualität eingebettet bzw. aus dieser hervorgegangen. Falls es dazu eine Diskussion gab, muss ich sie verpasst haben. Für weitere Vorschläge wäre ich dankbar, nutzt bitte die Kommentarfunktion.
Alles lesen!
Als Laie, der von ästhetischen und publizistischen Theorien keine Ahnung hat würde ich sagen "Qualität" kann _nicht_ sein (a) "inhaltlich oder formal so nah an den traditionellen Medien wie möglich". Nicht nur, dass eine solche Definition den Status-Quo zum Höchstmaß erklärt und jede Neuerung als Qualitätsverlust definiert, sie würde auch das Ergebnis unserer Untersuchung vorwegnehmen und sie sinnlos machen. Ebenso kann Qualität nicht (b) "inhaltlich und formal so nah an alternativen Medien wie möglich" sein, aus ähnlichen Gründen.
Ebenfalls ausschließen wollen würde ich jede subjektive Erfassung von Qualität, weil es in der Bevölkerung und vor allem unter den Kodierern ein diesbezügliches Vorurteil gegenüber den alternativen Medien gibt. Wollten wir ermitteln wie vorurteilsbehaftet verschiedene Stichproben von Journalistikstudenten gegenüber alternativen Medien sind, wäre eine subjektive Beurteilung der Qualität sicher der Königsweg (und ich persönlich würde mich auch sehr für das Ergebnis interessieren), für einen Vergleich alternativer Medien mit traditionellen taugt sie IMHO nicht.
Eine vierte Einschränkung ergibt sich für mich aus dem vertretbaren Aufwand. Bspw. wäre eine detaillierte Analyse der in den Beiträgen vorgenommenen Bewertungen ein interessanter Qualitätsaspekt (im Sinne von Objektivität), ist aber IMHO in unserem Rahmen nicht zu machen. Das Auszählen von Zitaten (im Sinne von "wer kommt zu Wort" dies wiederum als Indikator für Objektivität) ist vermutlich die Grenze des Vertretbaren.
In unserem aktuellen Codebuch (noch nicht online) haben wir als Qualitätsaspekte Vielfalt (Themen, Akteure, journ. Darstellungsformen, Zitate), Aktualität (Zeit zum Ereignis)* Objektivität bzw. Ausgewogenheit (Funktion d. Beitrags, Meinung pro/contra Status-quo), Sprache (Fehler, Lesbarkeit) sowie Vollständigkeit der Quellen- und Autorenangaben. Das letzte Element ist zugegebenermaßen tendenziell eher ein Standard traditioneller Medien, wir haben es aber – nach Diskussion in der Gruppe – aufgenommen, weil wir fanden, dass es doch als Standard soliden journalistischen Handelns gelten kann. Was man – unserer Meinung nach – bspw. von der Ortsmarke nicht behaupten kann, da sie primär eine Konvention der traditionellen Medien ist (in our humble opinion).
Persönlich bin ich mit der Liste nicht so ganz zufrieden. Teilweise ist der von uns gewählte Indikator nur mittelbar mit dem entsprechenden Teilaspekt der Qualität verbunden und die Teilaspekte selbst sind eher vom Standpunkt der Erfassbarkeit formuliert und nicht ihn eine Theorie der Qualität eingebettet bzw. aus dieser hervorgegangen. Falls es dazu eine Diskussion gab, muss ich sie verpasst haben. Für weitere Vorschläge wäre ich dankbar, nutzt bitte die Kommentarfunktion.
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