Stichprobenziehung 2
Nochmal so nachgedacht: Wenn wir etwas über den Status-quo alternativer Medien im Internet sagen wollen, kommen wir um eine Zufallsstichprobe nicht herum (ok, wenn jemand sagen kann wie eine geschichtete SP auszusehen hat, auch das. Freiwillige vor.) Selbst wenn wir uns von gängigen Qualitätsstandards lösen und bspw. nur untersuchen, in wie weit die Brecht'sche Forderung, den Rezipienten zum Mit-Sender zu machen, umgesetzt ist, werden wir wohl feststellen, dass von uns aufgrund ihrer höheren Qualität und/oder weiteren Verbreitung (bspw. per Google-Ranking) ausgewählten Seiten auch tatsächlich besser sind. Damit ist wissenschaftlich kein Blumentopf zu gewinnen.
Ok, rein theoretisch könnte man eine Eingrenzung nach Renner (deren Problem ja eben ist, dass sie qualitative Aspekte wie "monothematisch" oder "politisch unabhängig" in den Versuch einer Abgrenzung nach formalen Gesichtspunkten einbringt) als "untere Grenze" eines Segments auffassen. Nur wissen wir nicht (und werden wir nicht wissen können) ob dieses Segment Teil eines Kontinuums ist (dann könnte man Trends extrapolieren und – vorsichtig – auf das Gesamt der alternativen Medien generalisieren) oder sich qualitativ vom Rest unterscheidet. (In Analogie zur Befragung: wir wissen nicht, ob wir die Besucher des Altstadtfestes oder die der Weihnachtsmesse im Kölner Dom zu ihrer Religiösität befragen.)
Angenommen wir nehmen hin, dass wir die "besten" alternativen Medien untersuchen und konzentrieren uns darauf, dass wir diese daraufhin untersuchen, ob sie den Ansprüchen "alternativer Medien" (nach Brecht et al.) gerecht werden, stellt sich die Frage "in relation to WHAT?". Es ist ja schön und gut wenn wir herausfinden indymedia hat x% meinungsbetonte Artikel, aber ohne die entsprechende Zahl aus einem etablierten Medium sagt das wenig aus. Und irgendwie hege ich Zweifel, dass jemand genau zu diesem Aspekt eine aktuelle IA vorgelegt hat.
Zusammenfassung:
Repräsentativität ist kaum herzustellen und mit erheblichen definitorischen Problemen verbunden (IMHO, vielleicht nicht für Publizistik-Experten). Also bietet sich ein Vergleich der jeweiligen Prototypen aus alternativen und etablierten Medien an. Damit lässt sich zwar nicht auf alternative Medien im Allgemeinen generalisieren, aber man könnte die intuitive oder theoretische Abgrenzung durch inhaltsanalytisch erhobene Daten untermauern bzw. überprüfen. ("Leisten alternative Medien dass, was sie gemäß der Theorie alternativer Medien leisten sollen?")
Dementsprechend wäre interessant:
indymedia, x-berg (alt. politisch), npla.de, quantara.de (alt. Ausland) vs. SZ-online, welt-online (weil's dazu eine Diplomarbeit von M. Zimmerman von 2001 gibt), sowie zwei Lokalzeitungen im Netz. Dann hätten wir vier Kategorien und könnten Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraussuchen und interpretieren.
Zeitlich wären drei Stichtage im Abstand von (bspw.) 5 Tagen gut und wohl auch machbar.
Meinungen dazu?
Ok, rein theoretisch könnte man eine Eingrenzung nach Renner (deren Problem ja eben ist, dass sie qualitative Aspekte wie "monothematisch" oder "politisch unabhängig" in den Versuch einer Abgrenzung nach formalen Gesichtspunkten einbringt) als "untere Grenze" eines Segments auffassen. Nur wissen wir nicht (und werden wir nicht wissen können) ob dieses Segment Teil eines Kontinuums ist (dann könnte man Trends extrapolieren und – vorsichtig – auf das Gesamt der alternativen Medien generalisieren) oder sich qualitativ vom Rest unterscheidet. (In Analogie zur Befragung: wir wissen nicht, ob wir die Besucher des Altstadtfestes oder die der Weihnachtsmesse im Kölner Dom zu ihrer Religiösität befragen.)
Angenommen wir nehmen hin, dass wir die "besten" alternativen Medien untersuchen und konzentrieren uns darauf, dass wir diese daraufhin untersuchen, ob sie den Ansprüchen "alternativer Medien" (nach Brecht et al.) gerecht werden, stellt sich die Frage "in relation to WHAT?". Es ist ja schön und gut wenn wir herausfinden indymedia hat x% meinungsbetonte Artikel, aber ohne die entsprechende Zahl aus einem etablierten Medium sagt das wenig aus. Und irgendwie hege ich Zweifel, dass jemand genau zu diesem Aspekt eine aktuelle IA vorgelegt hat.
Zusammenfassung:
Repräsentativität ist kaum herzustellen und mit erheblichen definitorischen Problemen verbunden (IMHO, vielleicht nicht für Publizistik-Experten). Also bietet sich ein Vergleich der jeweiligen Prototypen aus alternativen und etablierten Medien an. Damit lässt sich zwar nicht auf alternative Medien im Allgemeinen generalisieren, aber man könnte die intuitive oder theoretische Abgrenzung durch inhaltsanalytisch erhobene Daten untermauern bzw. überprüfen. ("Leisten alternative Medien dass, was sie gemäß der Theorie alternativer Medien leisten sollen?")
Dementsprechend wäre interessant:
indymedia, x-berg (alt. politisch), npla.de, quantara.de (alt. Ausland) vs. SZ-online, welt-online (weil's dazu eine Diplomarbeit von M. Zimmerman von 2001 gibt), sowie zwei Lokalzeitungen im Netz. Dann hätten wir vier Kategorien und könnten Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraussuchen und interpretieren.
Zeitlich wären drei Stichtage im Abstand von (bspw.) 5 Tagen gut und wohl auch machbar.
Meinungen dazu?

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