Literatur
Hier mal ein kurzer und subjektiver Literaturüberblick:
Bonfadelli, H. (2002). Medieninhaltsforschung. Konstanz: UVK S. 79 - 108
kurze Einführung. Klar, anschaulich, sehr viele Beispiele. Empfehlenswert
Früh, W. (2004). Inhaltsanalyse. (5. Aufl. identisch mit Früh, 2001). Konstanz: UVK
Bullshit. In der ersten Hälfte des Buches finden sich allgemeine Erörterungen zur IA. Leider wird der eigentlich relevante Inhalt von einem Beitrag zur theoretischen Debatte qualitativ vs quantitativ verdeckt. Dieser Beitrag geht nicht über das "conventional wisdom" von 1981 (Erstveröffentlichung) hinaus, enthält eine Reihe von Fehlern und offenbart die Unkenntnis des Autors bzgl. anderer Beiträge, vor allem aus den Nachbarwissenschaften. Insofern ist dieser Teil nur für "Kenner" der entsprechenden Diskussion interessant und hat auch für diese vor allem Unterhaltungswert.
Im zweiten Teil folgt eine Erläuterung der Inhaltsanalyse(n) an praktischen Beispiel. Gut daran ist, dass sehr ausführlich kommentiert wird, schlecht ist, dass die Ausführungen von Früh sind. Es gelingt ihm einfach nicht Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und in klaren Worten zu sagen was Sache ist. Stattdessen verharrt er im Selbstgefälligen und im Ungefähren. Insgesamt ist der erst Teil katastrophal, der zweite erträglich und wohl für den ein oder anderen von Nutzen. Insofern, sehr bedingt empfehlenswert.
(Besonders übel ist Früh's unsinnige Formel zur Inter-Koder-Übereinstimmung (Reliabilität). Bonfadelli und Brosius & Koschel sind genauso ahnungslos. Ich empfehle Cohen's Kappa (bei Bortz bzw. Bortz & Lienert nachzulesen); Edmund Lauf hat sich 2001 in ".96 nach Holsti". Publizistik, 1(46). S. 57 - 68 umfangreichere Gedanken gemacht.)
Pürer, H. (2003). Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Konstanz, UVK. S.549 - 558
wie Bonfadelli: kurz, knapp, aber weniger auf die konkrete Umsetzung ausgerichtet, sondern mehr darauf, die IA in den Rahmen der kommunikationswissenschaftlichen Methoden einzuordnen. Wer gerne etwas mehr Kontext hätte als bei Bonfadelli, aber Früh nicht lesen möchte ist hier sehr gut bedient, als "Handanweisung" zur konkreten Durchführung eher weniger geeignet.
Brosius, H.-B., & Koschel, F. (2001). Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. S.156 - 203.
Gut. In Kapitel 10 wird die Inhaltsanalyse innerhalb der KW-Methoden verortet, Kapitel 11 erläutert die wichtigsten Schritte und Konzepte anhand einer schrittweisen Einführung, die immer wieder durch theoretische Einschübe unterbrochen wird. Kapitel 12 ist der Computer-gestützten IA gewidmet und weniger relevant. Problematisch ist IMO neben einigen Ungenauigkeiten (siehe Anmerkung bei Früh) vor allem der etwas zu leserfreundliche Stil. Der Text liest sich so flüssig, dass kritischen Begriffen, Definitionen oder Konzepten unter Umständen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil subjektiv der Eindruck ensteht, man habe ohnehin alles verstanden. Wer mit solchen Texten gut umgehen kann ist hier aber gut bedient.
Bonfadelli, H. (2002). Medieninhaltsforschung. Konstanz: UVK S. 79 - 108
kurze Einführung. Klar, anschaulich, sehr viele Beispiele. Empfehlenswert
Früh, W. (2004). Inhaltsanalyse. (5. Aufl. identisch mit Früh, 2001). Konstanz: UVK
Bullshit. In der ersten Hälfte des Buches finden sich allgemeine Erörterungen zur IA. Leider wird der eigentlich relevante Inhalt von einem Beitrag zur theoretischen Debatte qualitativ vs quantitativ verdeckt. Dieser Beitrag geht nicht über das "conventional wisdom" von 1981 (Erstveröffentlichung) hinaus, enthält eine Reihe von Fehlern und offenbart die Unkenntnis des Autors bzgl. anderer Beiträge, vor allem aus den Nachbarwissenschaften. Insofern ist dieser Teil nur für "Kenner" der entsprechenden Diskussion interessant und hat auch für diese vor allem Unterhaltungswert.
Im zweiten Teil folgt eine Erläuterung der Inhaltsanalyse(n) an praktischen Beispiel. Gut daran ist, dass sehr ausführlich kommentiert wird, schlecht ist, dass die Ausführungen von Früh sind. Es gelingt ihm einfach nicht Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und in klaren Worten zu sagen was Sache ist. Stattdessen verharrt er im Selbstgefälligen und im Ungefähren. Insgesamt ist der erst Teil katastrophal, der zweite erträglich und wohl für den ein oder anderen von Nutzen. Insofern, sehr bedingt empfehlenswert.
(Besonders übel ist Früh's unsinnige Formel zur Inter-Koder-Übereinstimmung (Reliabilität). Bonfadelli und Brosius & Koschel sind genauso ahnungslos. Ich empfehle Cohen's Kappa (bei Bortz bzw. Bortz & Lienert nachzulesen); Edmund Lauf hat sich 2001 in ".96 nach Holsti". Publizistik, 1(46). S. 57 - 68 umfangreichere Gedanken gemacht.)
Pürer, H. (2003). Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Konstanz, UVK. S.549 - 558
wie Bonfadelli: kurz, knapp, aber weniger auf die konkrete Umsetzung ausgerichtet, sondern mehr darauf, die IA in den Rahmen der kommunikationswissenschaftlichen Methoden einzuordnen. Wer gerne etwas mehr Kontext hätte als bei Bonfadelli, aber Früh nicht lesen möchte ist hier sehr gut bedient, als "Handanweisung" zur konkreten Durchführung eher weniger geeignet.
Brosius, H.-B., & Koschel, F. (2001). Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. S.156 - 203.
Gut. In Kapitel 10 wird die Inhaltsanalyse innerhalb der KW-Methoden verortet, Kapitel 11 erläutert die wichtigsten Schritte und Konzepte anhand einer schrittweisen Einführung, die immer wieder durch theoretische Einschübe unterbrochen wird. Kapitel 12 ist der Computer-gestützten IA gewidmet und weniger relevant. Problematisch ist IMO neben einigen Ungenauigkeiten (siehe Anmerkung bei Früh) vor allem der etwas zu leserfreundliche Stil. Der Text liest sich so flüssig, dass kritischen Begriffen, Definitionen oder Konzepten unter Umständen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil subjektiv der Eindruck ensteht, man habe ohnehin alles verstanden. Wer mit solchen Texten gut umgehen kann ist hier aber gut bedient.

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