Donnerstag, Dezember 09, 2004

"Qualität"

neulich kam im Gespräch mit Johannes die Frage auf, was den nun "Qualität" eigentlich sein soll, bzw. wie wir sie für unsere Zwecke definieren und erfassen können.
Als Laie, der von ästhetischen und publizistischen Theorien keine Ahnung hat würde ich sagen "Qualität" kann _nicht_ sein (a) "inhaltlich oder formal so nah an den traditionellen Medien wie möglich". Nicht nur, dass eine solche Definition den Status-Quo zum Höchstmaß erklärt und jede Neuerung als Qualitätsverlust definiert, sie würde auch das Ergebnis unserer Untersuchung vorwegnehmen und sie sinnlos machen. Ebenso kann Qualität nicht (b) "inhaltlich und formal so nah an alternativen Medien wie möglich" sein, aus ähnlichen Gründen.
Ebenfalls ausschließen wollen würde ich jede subjektive Erfassung von Qualität, weil es in der Bevölkerung und vor allem unter den Kodierern ein diesbezügliches Vorurteil gegenüber den alternativen Medien gibt. Wollten wir ermitteln wie vorurteilsbehaftet verschiedene Stichproben von Journalistikstudenten gegenüber alternativen Medien sind, wäre eine subjektive Beurteilung der Qualität sicher der Königsweg (und ich persönlich würde mich auch sehr für das Ergebnis interessieren), für einen Vergleich alternativer Medien mit traditionellen taugt sie IMHO nicht.
Eine vierte Einschränkung ergibt sich für mich aus dem vertretbaren Aufwand. Bspw. wäre eine detaillierte Analyse der in den Beiträgen vorgenommenen Bewertungen ein interessanter Qualitätsaspekt (im Sinne von Objektivität), ist aber IMHO in unserem Rahmen nicht zu machen. Das Auszählen von Zitaten (im Sinne von "wer kommt zu Wort" dies wiederum als Indikator für Objektivität) ist vermutlich die Grenze des Vertretbaren.
In unserem aktuellen Codebuch (noch nicht online) haben wir als Qualitätsaspekte Vielfalt (Themen, Akteure, journ. Darstellungsformen, Zitate), Aktualität (Zeit zum Ereignis)* Objektivität bzw. Ausgewogenheit (Funktion d. Beitrags, Meinung pro/contra Status-quo), Sprache (Fehler, Lesbarkeit) sowie Vollständigkeit der Quellen- und Autorenangaben. Das letzte Element ist zugegebenermaßen tendenziell eher ein Standard traditioneller Medien, wir haben es aber – nach Diskussion in der Gruppe – aufgenommen, weil wir fanden, dass es doch als Standard soliden journalistischen Handelns gelten kann. Was man – unserer Meinung nach – bspw. von der Ortsmarke nicht behaupten kann, da sie primär eine Konvention der traditionellen Medien ist (in our humble opinion).
Persönlich bin ich mit der Liste nicht so ganz zufrieden. Teilweise ist der von uns gewählte Indikator nur mittelbar mit dem entsprechenden Teilaspekt der Qualität verbunden und die Teilaspekte selbst sind eher vom Standpunkt der Erfassbarkeit formuliert und nicht ihn eine Theorie der Qualität eingebettet bzw. aus dieser hervorgegangen. Falls es dazu eine Diskussion gab, muss ich sie verpasst haben. Für weitere Vorschläge wäre ich dankbar, nutzt bitte die Kommentarfunktion.

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Statistische Extras

80% der Statistik die ich bisher so bei Inhaltsanalysen gesehen habe ist rein deskriptiver Vergleich von Häufigkeiten und einer eher intuitiven Einteilung in "etwas mehr" "mehr" und "viel mehr". Wenn überhaupt Signifikanztests berechnet werden, dann ein Chi-Quadrat (Chi2) Test oder ein Mann-Whitney U-Test (bei Rangdaten).
Nach dem also einige meiner Vorschläge im Seminar vom Stand der Kunst aus etwas "unorthodox" waren, wollte ich den Raum hier nutzen um kurz zu erklären, was ich mir dabei eigentlich gedacht habe.

(A) Kreuzvalidierung
Bei den Variablen, die wir raten/beurteilen lassen, wird unsere Beurteilerübereinstimmung vermutlich deutlich geringer ausfallen als bei Variablen bei denen lediglich die Häufigkeit eines Merkmals ausgezählt werden muss (bspw. Anzeigen) oder bei Variablen bei der die Untersuchungseinheit (Beitrag) nur in eine von mehreren klar unterscheidbaren Kategorien fallen kann (bspw. Kommentar vs. Reportage). Das ist an sich völlig in Ordnung und liegt in der Natur der Sache, aber wenn unsere Beurteilerübereinstimmung unter die "magische" Grenze von 0.8 fällt müssen wir unser Tun zusätzlich rechtfertigen. Eine Möglichkeit hierzu ist die Kreuzvalidierung, bei der man die Gültigkeit der Messung dadurch bestätigt, dass man sie mit anderen Messungen vergleicht.
In unserem Fall könnten wir die Übereinstimmung der Beurteilung einer Seite zu verschiedenen Zeitpunkten (r(t1-t2)) für jede Variable mit der Übereinstimmung in den Beurteilungen derselben Seite zu einem Zeitpunkt bei verschiedenen Variablen (r(V1-V2)) vergleichen. Letztere sollte kleiner sein, und wenn wir unsere Variablen gut, d.h. unabhängig voneinander, gewählt haben sollte r(V1-V2) nahe Null sein. Auf alle Fälle sollte r(V1-V2) kleiner sein als die Übereinstimmung zwischen den Beurteilungen verschiedener Seiten anhand derselben Variable zu einem Zeitpunkt (r(S1-S2)). r(S1-S2) sollte trotzdem kleiner sein als r(t1-t2).
Da wir leider die Übereinstimmung zwischen Beurteilern leider nur auf Beitragsebene erheben können (pro Seite haben wir ja nur einen Wert (pro Messzeitpunkt)) müssen wir auf diesen Vergleich leider verzichten, wenn die Variablen pro Seite erhoben werden. Trotzdem ergibt sich mit r(t1-t2) > r(S1-S2) > r (V1-V2) eine IMHO recht anspruchsvolle Vorhersage.

(B) Regressionsgeraden zur Erfassung von Vielfalt
Obwohl der Vergleich von Vielfalt letztlich damit steht und fällt, dass die Kategorien (für alle Messobjekte) gleich breit sind, kann man noch etwas mehr tun als auszuzählen, wie viele Kategorien überhaupt auftreten (K-Spanne).
Man könnte die Kategorien anhand der Anzahl von Fällen pro Kategorie ordnen und dann (bspw. in Excel) eine Regressionsgerade durch die Häufigkeitswerte legen lassen. Je geringer die Steigung dieser Kurve, desto gleichmäßiger verteilen sich die Häufigkeiten auf die Kategorien. Im Grenzfall der völligen Gleichverteilung wäre die Steigung 0. Ist umgekehrt die Kurve sehr steil entfällt der Löwenanteil auf wenige Kategorien.
Der Vorteil dieses Verfahrens gegenüber der Verwendung der K-Spanne liegt darin, dass es weniger empfindlich auf Ausreißer reagiert. Hätte eine Zeitung bspw. 80% Wirtschaftsnachrichten und 19% Politik würde man ihr eigentlich eine geringe Themenvielfalt bescheinigen. Stammt das fehlende 1% der Beiträge allerdings aus verschiedensten Sparten kann es vorkommen, dass diese Zeitung genauso viele Sparten abdeckt wie eine ausgewogenere Zeitung (K-Spanne 1 = K-Spanne 2). Gegenüber dem Augenschein ("das sieht man doch") hat das Verfahren den Vorzug der Präzision und der Objektivität. Davon abgesehen hindert das Ergebnis niemanden daran eigene Beobachtungen einfließen zu lassen, es liefert diesen nur ein solides Fundament.

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Dienstag, November 30, 2004

Codebücher

Das Codebuch (Version 1) von Herrn Arnold: 44 KB, .doc Format
Codebuch unserer Gruppe (V2): 4 KB, .rtf Format.
((Funktioniert jetzt (Mittwoch morgen) gerade nicht, weil der Uni-Server, auf dem die Daten liegen, gerade ein Nickerchen macht. Beschwerden bitte an das RZ richten.))

Mir ist nicht so ganz klar, wie die Überarbeitung ablaufen soll. Wir haben unser Codebuch mal danach durchgesehen, ob die Kategorien (Merkmalsausprägungen) vollständig und überschneidungsfrei sind und sich wechselseitig ausschließen (wg. Mehrfachkodierung) und dann nochmal alles darauf abgeklopft, ob wir aus theoretischen oder praktischen Erwägungen in den jeweiligen Kategorien Unterschiede erwarten oder zumindest für möglich halten. Dann haben wir noch alle Variablen rausgeworfen bei denen uns – unserer Meinung nach – vorhandene Unterschiede oder Ähnlichkeiten nicht weiterhelfen. Bsp. ist bei uns die Ortsmarke deswegen rausgefallen, weil wir fanden, dann es von "Unterschied in der Verwendung von Ortsmarken" zu "Unterschied in der Qualität" doch ein weiter Weg ist.
Your mileage may vary.

Montag, November 29, 2004

Roberts Wegweiser ...

... durch das Angebot an alternativen Webseiten:
Word Version, 60 KB, mit Überlegungen zu Selektionskriterien.
Excel Version, 60 KB, in der die Seiten hinsichtlich der Kriterien bewertet werden (stylish!;)
Und für alle, die nicht mehr so recht wissen, worum's da ging: das Handout zum Referat zum Thema 88 KB, .doc Format

Nebenbei: die Links sollten wieder alle in Ordnung sein, wenn ihr noch einen toten Link findet, bitte melden.

Freitag, November 26, 2004

Das neue Zeugs

HIER
Rest kommt wieder sobald ich Zeit hab, das neue System scheint jetzt endlich ordentlich zu laufen.

Donnerstag, November 18, 2004

Störung

Das neueste ZOPE-Update des Rechenzentrums der KU hat leider die Seite gelöscht auf der die Downloads zur Verfügung standen. Danke liebes RZ.
Bis morgen ist hoffentlich wieder alles online. Sorry.

Dienstag, November 16, 2004

Zusfas. Stichproben und Hypothesen

Eine Zusammenfassung der bisherigen Befunde samt Denkanstößen für die kommende Woche von Herrn Arnold gibt es hier 76KB, .pdf Format. (Mit anderen Worten, die Folien, die er heute gezeigt hat ;)

auf dem Stand von 1955

ich hatte es ja weiter unten schon mal angesprochen: der Koeffizient zur Inter-Rater-Reliabilität von Früh (2004) bzw. Holsti (in North et al., 1963, 1949) stinkt zum Himmel.
Die Formel lautet CR = 2*Ü/(U1+U2) mit Ü = Anzahl Übereinstimmungen und U1, U2 = Anzahl der von Urteiler 1,2 abgegebenen Urteile. Wie man leicht sehen kann gibt es keine Korrektur für die Anzahl zufälliger Übereinstimmungen. Konkret bedeutet das, dass man bspw. bei drei Merkmalsausprägungen und Auswürfeln der jeweiligen Zuordnung (Gleichwahrscheinlichkeit der Alternativen vorausgesetzt) eine Reliabilität, d.h. eine Messgenauigkeit (!???) von 0.3 erhält. Ohne gemessen zu haben! Bei sieben Merkmalsausprägungen bekommt man leider nur noch eine Reliabilität von 0.14 geschenkt. Der Fehler nimmt also mit der Zahl der Kategorien ab, bzw. andersherum, man sollte wenig Merkmalsausprägungen verwenden, wenn man eine hohe (Schein-)Reliabilität erzielen möchte.
Das alles weis man seit den fünfziger Jahren, und dementsprechend hat Merten auch schon 1983 (S. 304f) in der Erstauflage seines Buches umfangreich begründet weshalb ein zufallskorrigierter Koeffizient wie Scotts Pi (1955) oder Cohens Kappa verwendet werden sollte. (pi = (C-p)/(1-p) wobei C = Anteil Übereinstimmungen und p = Wahrscheinlichkeit zufälliger Übereinstimmung = Sum(p(i)*p(i)), wobei p(i) der Anteil der Codierentscheidungen für Kategorie i ist). Lauf hat 2001 ebenfalls eine solche Begründung vorgelegt und überdies auf die mangelhafte Darstellung der Reliabilitätsprüfung in publizistischen Fachzeitschriften hingewiesen.
Dessen ungeachtet findet sich der Koeffizient bei Früh (2004, S. 181) (übrigens ohne Verweis auf Holsti als Quelle), Brosius und Koschel (2001) und Bonfadelli (2002) verweist auf Früh (2001, inhaltlich identisch mit 2004). Angesichts dieser Defizite in der Fachliteratur scheint es kaum der Rede wert, dass bei in Eichstätt vorgelegten Diplomarbeiten von Gamisch (2002) und Zimmermann (2001) ebenfalls der Holsti-Koeffizient verwendet wird (ohne Holsti zu nennen, ohne Aufschlüsselung nach Variablen und obwohl beide neben Früh auch Merten im entsprechenden Abschnitt zitieren).
Wohl dem, der es sich leisten kann, auf dem wissenschaftlichen Stand von 1955 zu arbeiten.
(Eine Langfassung gibt's hier: 72 KB, .pdf Format)

Literatur:
- Bonfadelli, H. (2002). Medieninhaltsforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.
- Brosius, H.-B., & Koschel, F. (2001). Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. S.156 - 203.
- Früh, W. (2004). Inhaltsanalyse: Theorie und Praxis. 5. Aufl. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.
- Gamisch, S. (2002). WWW = Wird Web Weiblich? Die Strategien von Frauenzeitschriften im Internet. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Eichstätt
- Lauf, E. (2001). ".96 nach Holsti". Publizistik, 1(46). S. 57 - 68.
- Merten, K. (1983). Inhaltsanalyse: Einführung in Theorie, Methode und Praxis. Opladen: Westdeutscher Verlag.
- North, R. C., Holsti, O. R., Zaninovich, M. G., & Zinnes, D. A. (1963). Content Analysis. A handbook with applications for the study of international crisis. Evanston/Ill.: Northwestern University Press. (zitiert nach Merten, 1983)
- Scott, W. A. (1955). Reliability of content analysis: The case of nominal scaling. Public Opinion Quarterly 19, 321-325 (zitiert nach Merten, 1983)
- Zimmermann, M. (2001). Qualität Online? Die Welt und die Süddeutsche Zeitung im Internet. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Eichstätt

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Montag, November 15, 2004

Downloads!

Marie-Kristin und Iris waren so freundlich ihr Handout zum Thema "Theorie und Praxis der Gegenöffentlichkeit: Alternative Medientheorien und Alternativpresse" zum Download zur Verfügung zu stellen. 80KB, .doc Format.
Die Übersicht über Seminarablauf und Seminarinhalte von Herrn Arnold. 72KB, .pdf Format.
Janika, Alexandra und Benny haben ihr Handout zu Grundlagen der Inhaltsanalyse zur verfügung gestellt. 56 KB, .doc Format.
Handout von Valerie, Markus und Jenny zur IA von Internetangeboten 876 KB, .ppt Format.
Wer sonst noch Dateien zur Verfügung stellen will, bitte einfach an mich schicken, ich hänge sie dann an diesen Post an.

Sonntag, November 14, 2004

vorläufiges Codebuch

Die Tabelle ist etwas zu groß :-)

#VariableAusprägungenCode
Deskriptive Merkmale
1QuelleSZ-online1
Welt-online2
indymedia3
x-berg4
npla5
quantara.de6
2URL
3Titel
4Datum
5PlatzierungAufmacher1
auf Titelseite2
Sonstiges3
Interaktivität
6Rezipient wird Sender; (Dummy-Kodiert)
6AInteraktionsmöglichkeitja1
nein2
6Be-mail an Redakteurja1
nein2
6CForumja1
nein2
6DChatja1
nein2
6EArtikel modifizierenja1
nein2
6Feigene Artikelja1
nein2
7Rezipient ist intern1
Programmgestalterextern2
Links:keine3
Relevanz
8Bezugspunktinternational - Elitenation1
international - 3. Welt2
national3
regional4
lokal5
Subgruppe6
Sonstige7
Qualität (9-11)
9QuelleNachrichtendienst1
Journalisten2
Laien-Journalisten3
Augenzeugen4
2. Hand5
Sonstige6
10FehlerAnzahl (semantisch, syntaktisch,
Rechtschreibung)
11Lesbarkeit (Index von Flesch)
Aktualität (12-13)
12Artikelalterschon dagewesen1
(Erhebungszeit-neu2
punkte 2-4)
13zeitl. Distanz z. Ereignisweniger als 24 Std.1
24 - 48 Stunden2
bis 1 Woche3
bis 1 Monat4
länger5
Aufmachung (14-23)
14NavigationsleisteJa1
Nein2
15FarbenHauptfarbe1
3 Grundfarben2
bunt3
16ÜbersichtlichkeitRating 1-5
17AttraktivitätRating 1-5
18Lesbarkeit (Schriftgr.)Rating 1-5
19ModularitätKlicks bis Artikelende
20ScrollingJa1
Nein 2
21graphische GestaltungAnzahl Photos/Illustrationen
22graphische GestaltungAnzahl Graphiken und Tabellen
23graphische GestaltungAnzahl Infokästen
Inhaltliche Aspekte (24-28)
24ThemaPolitik1
Wirtschaft2
Kultur3
Sport4
Wissenschaft/Technik5
Reisen/Freizeit6
Medien7
Computer8
Karriere/Beruf9
Sonstiges10
25DarstellungsformenBericht1
Reportage2
Feature3
Glosse4
Portrait5
Fotostrecke6
Interview7
Kommentar8
26FunktionInformation1
Beratung2
Mobilisierung3
Unterhaltung4
27AkteurRegierung1
Wirtschaft2
Gewerkschaft3
NGO (inkl. Caritas)4
einzelne bzw. "Volk"5
Sonstige6
28MeinungKeine1
Pro Status-Quo2
Kontra Status-Quo3
Werbung (29-30)
29Anzahl kommerzielle Werbung
30Anzahl Werbung für non-profit
Hinweise:
- Kategorie 0 wurde vermieden um Probleme mit Statistikprogrammen zu vermeiden (Division durch Null)
- Kategorie 6 musste Dummy-Kodiert werden, da die Kategorien nicht disjunkt sind.
- Kategorien 16-18 werden subjektiv auf einer Skala von 1-5 bewertet, von "trifft voll zu" bis "trifft überhaupt nicht zu"
- bei Kategorien 14-18 ist die Analyseeinheit das gesamte Webangebot.

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Samstag, November 13, 2004

Quellen zur Inhaltsanalyse im Internet

Unter inhaltsanalyse.de gibt es ein gutes Lexikon, Links und Bbibliographie, der Schwerpunkt liegt aber auf der computergestützten Inhaltsanalyse.
Es gibt ein Arbeitsblatt von W. Stangl das jedoch nur als Kurzüberblick dienen kann, sowie Vorlesungsfolien von J. Reinecke (Direktlink PDF) die jedoch auch etwas knapp ausfallen.
Hat sonst noch wer was gefunden?

Freitag, November 12, 2004

Stichprobenziehung 2

Nochmal so nachgedacht: Wenn wir etwas über den Status-quo alternativer Medien im Internet sagen wollen, kommen wir um eine Zufallsstichprobe nicht herum (ok, wenn jemand sagen kann wie eine geschichtete SP auszusehen hat, auch das. Freiwillige vor.) Selbst wenn wir uns von gängigen Qualitätsstandards lösen und bspw. nur untersuchen, in wie weit die Brecht'sche Forderung, den Rezipienten zum Mit-Sender zu machen, umgesetzt ist, werden wir wohl feststellen, dass von uns aufgrund ihrer höheren Qualität und/oder weiteren Verbreitung (bspw. per Google-Ranking) ausgewählten Seiten auch tatsächlich besser sind. Damit ist wissenschaftlich kein Blumentopf zu gewinnen.
Ok, rein theoretisch könnte man eine Eingrenzung nach Renner (deren Problem ja eben ist, dass sie qualitative Aspekte wie "monothematisch" oder "politisch unabhängig" in den Versuch einer Abgrenzung nach formalen Gesichtspunkten einbringt) als "untere Grenze" eines Segments auffassen. Nur wissen wir nicht (und werden wir nicht wissen können) ob dieses Segment Teil eines Kontinuums ist (dann könnte man Trends extrapolieren und – vorsichtig – auf das Gesamt der alternativen Medien generalisieren) oder sich qualitativ vom Rest unterscheidet. (In Analogie zur Befragung: wir wissen nicht, ob wir die Besucher des Altstadtfestes oder die der Weihnachtsmesse im Kölner Dom zu ihrer Religiösität befragen.)
Angenommen wir nehmen hin, dass wir die "besten" alternativen Medien untersuchen und konzentrieren uns darauf, dass wir diese daraufhin untersuchen, ob sie den Ansprüchen "alternativer Medien" (nach Brecht et al.) gerecht werden, stellt sich die Frage "in relation to WHAT?". Es ist ja schön und gut wenn wir herausfinden indymedia hat x% meinungsbetonte Artikel, aber ohne die entsprechende Zahl aus einem etablierten Medium sagt das wenig aus. Und irgendwie hege ich Zweifel, dass jemand genau zu diesem Aspekt eine aktuelle IA vorgelegt hat.

Zusammenfassung:
Repräsentativität ist kaum herzustellen und mit erheblichen definitorischen Problemen verbunden (IMHO, vielleicht nicht für Publizistik-Experten). Also bietet sich ein Vergleich der jeweiligen Prototypen aus alternativen und etablierten Medien an. Damit lässt sich zwar nicht auf alternative Medien im Allgemeinen generalisieren, aber man könnte die intuitive oder theoretische Abgrenzung durch inhaltsanalytisch erhobene Daten untermauern bzw. überprüfen. ("Leisten alternative Medien dass, was sie gemäß der Theorie alternativer Medien leisten sollen?")
Dementsprechend wäre interessant:
indymedia, x-berg (alt. politisch), npla.de, quantara.de (alt. Ausland) vs. SZ-online, welt-online (weil's dazu eine Diplomarbeit von M. Zimmerman von 2001 gibt), sowie zwei Lokalzeitungen im Netz. Dann hätten wir vier Kategorien und könnten Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraussuchen und interpretieren.
Zeitlich wären drei Stichtage im Abstand von (bspw.) 5 Tagen gut und wohl auch machbar.
Meinungen dazu?

Stichprobenziehung 1

Ein erster kurzer Überblick bspw. im Google Verzeichnis oder bei Metafilter zeigt auffällig viele linke, linksalternative Seiten. Ich habe nach subjektivem Empfinden alle weggelassen, bei denen nicht zumindest der Versuch der Neutralität unternommen wird. Weiter fanden sich diverse Seiten, die sich speziell mit einem Thema (Ökologie, Wirtschaft, Computer) auseinandersetzten. Diese wurden ebenfalls weitgehen ausgeschlossen. Interessanterweise neige ich dazu Seiten, die sich mit geographisch oder politisch begrenzten Regionen des Auslands befassen aufzunehmen, sofern aus dem entsprechenden Raum über mehr als ein Thema (Politik UND Kultur etc.) berichtet wird.
Diese Vorselektion macht allerdings eine Bewertung hinsichtlich "Themenvielfalt" und "Meinungsvielfalt" problematisch, weil die in diesem Sinne "schlechten" Seiten schon in der Vorauswahl wegfallen.
Links: (in Klammern gesetzte Beschreibungen sind von mir):
Ausland:
palaestinanews.de
ila - Lateinamerika - Politik, Wirtschaft, Kultur und soziales Engagement
zenith – Zeitschrift für den Orient
Qantara.de - Dialog mit der islamischen Welt
Nachrichtenportal Lateinamerika
Uni und Wissenschaft
Philtrat (Philosophisches und Lokales von der Uni Köln)
Wechselwirkung (aktuelles aus der Wissenschaft)
DAAD (Magazin des deutschen akademischen Austauschdienstes)
Primär politische Seiten
de.indymedia.org.
nadir.org
x-berg.de Portal für Gesellschaftskritik
blaetter.de - Blätter für deutsche und internationale Politik
Kommune _ Forum für Politik-ökonomie-Kultur
Tacheles-Regional Zusammenschluss regionaler linksalternativer Aktionsgruppen
Zeitungsähnlicher Themenmix
nensch.de
ngo-online.de
raumzeit-online.de
Telepolis (Heise)
Freitag 47 Die Ost-West Wochenzeitung
Sonstiges
freie-radios.net

Literatur 2

Wirth, W. & Lauf, E. (Hrsg.) (2001). Inhaltsanalyse: Perspektiven, Probleme, Potentiale. Köln: Halem.
Der Sammelband ist als Einführung ungeeignet, fast jeder Beitrag beschäftigt sich mit sehr speziellen Fragestellungen und Problemen, die für die fortgeschrittene Auseinandersetzung mit dem Thema sicher gewinnbringend sind, für "Anfänger" jedoch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.
Für unser Seminar findet sich aber mit Rössler, P. & Wirth, W. (2001) Inhaltsanalysen im World Wide Web. in Wirth, W. & Lauf, E. (Hrsg.) Inhaltsanalyse: Perspektiven, Probleme, Potentiale. Köln: Halem. S. 280 - 302 ein kurzer Text der sich mit spezifischen Problemen der IA im Internet befasst.
Seibold, B. (2002). Die flüchtigen Web-Informationen einfangen. Publizistik 1(47), S. 45 - 56
Schlägt in die selbe Kerbe wie der Text von Rössler und Wirth. Auf S. 54 findet sich eine kurze Übersicht (die auch in unserem Referat vorkommt), wer dazu gerne noch etwas mehr Hintergrund möchte sollte den Artikel lesen.
Berelson, B. (1952). Content analysis in communication research. New York: Hafner.
Der Klassiker schlechthin ... verdientermaßen. Anhand enorm vieler Beispiele werden im ersten Teil des Buches verschiedene Varianten der Inhaltsanalyse aufgezeigt. Der zweite Teil ist der qualitativ-quantitativ Debatte gewidmet, der dritte gibt eine kurze Handanweisung zur Durchführung von Inhaltsanalysen. Leider ist gerade in diesem letzten Teil der Text nicht sehr gut auf "Anfänger" zugeschnitten oder zumindest weniger gut als in Büchern, die explizit als Lehrbücher konzipiert sind und von jahrzehntelanger Rezeption und Anwendung der Methode profitiert haben. Leider nur für Liebhaber empfehlenswert.

Donnerstag, November 11, 2004

Literatur

Hier mal ein kurzer und subjektiver Literaturüberblick:
Bonfadelli, H. (2002). Medieninhaltsforschung. Konstanz: UVK S. 79 - 108
kurze Einführung. Klar, anschaulich, sehr viele Beispiele. Empfehlenswert
Früh, W. (2004). Inhaltsanalyse. (5. Aufl. identisch mit Früh, 2001). Konstanz: UVK
Bullshit. In der ersten Hälfte des Buches finden sich allgemeine Erörterungen zur IA. Leider wird der eigentlich relevante Inhalt von einem Beitrag zur theoretischen Debatte qualitativ vs quantitativ verdeckt. Dieser Beitrag geht nicht über das "conventional wisdom" von 1981 (Erstveröffentlichung) hinaus, enthält eine Reihe von Fehlern und offenbart die Unkenntnis des Autors bzgl. anderer Beiträge, vor allem aus den Nachbarwissenschaften. Insofern ist dieser Teil nur für "Kenner" der entsprechenden Diskussion interessant und hat auch für diese vor allem Unterhaltungswert.
Im zweiten Teil folgt eine Erläuterung der Inhaltsanalyse(n) an praktischen Beispiel. Gut daran ist, dass sehr ausführlich kommentiert wird, schlecht ist, dass die Ausführungen von Früh sind. Es gelingt ihm einfach nicht Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und in klaren Worten zu sagen was Sache ist. Stattdessen verharrt er im Selbstgefälligen und im Ungefähren. Insgesamt ist der erst Teil katastrophal, der zweite erträglich und wohl für den ein oder anderen von Nutzen. Insofern, sehr bedingt empfehlenswert.
(Besonders übel ist Früh's unsinnige Formel zur Inter-Koder-Übereinstimmung (Reliabilität). Bonfadelli und Brosius & Koschel sind genauso ahnungslos. Ich empfehle Cohen's Kappa (bei Bortz bzw. Bortz & Lienert nachzulesen); Edmund Lauf hat sich 2001 in ".96 nach Holsti". Publizistik, 1(46). S. 57 - 68 umfangreichere Gedanken gemacht.)
Pürer, H. (2003). Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Konstanz, UVK. S.549 - 558
wie Bonfadelli: kurz, knapp, aber weniger auf die konkrete Umsetzung ausgerichtet, sondern mehr darauf, die IA in den Rahmen der kommunikationswissenschaftlichen Methoden einzuordnen. Wer gerne etwas mehr Kontext hätte als bei Bonfadelli, aber Früh nicht lesen möchte ist hier sehr gut bedient, als "Handanweisung" zur konkreten Durchführung eher weniger geeignet.
Brosius, H.-B., & Koschel, F. (2001). Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. S.156 - 203.
Gut. In Kapitel 10 wird die Inhaltsanalyse innerhalb der KW-Methoden verortet, Kapitel 11 erläutert die wichtigsten Schritte und Konzepte anhand einer schrittweisen Einführung, die immer wieder durch theoretische Einschübe unterbrochen wird. Kapitel 12 ist der Computer-gestützten IA gewidmet und weniger relevant. Problematisch ist IMO neben einigen Ungenauigkeiten (siehe Anmerkung bei Früh) vor allem der etwas zu leserfreundliche Stil. Der Text liest sich so flüssig, dass kritischen Begriffen, Definitionen oder Konzepten unter Umständen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil subjektiv der Eindruck ensteht, man habe ohnehin alles verstanden. Wer mit solchen Texten gut umgehen kann ist hier aber gut bedient.

Einladung - Anmeldung - Mitmachen

Wer Lust hat mitzumachen und sich an diesem Blog zu beteiligen kann:

- einfach den im Seminar genannten Usernamen und das Passwort benutzen.
In diesem Fall bitte den eigenen Namen am Ende des Beitrags angeben, damit man weis, wer's war.

- sich bei mir oder Jenny melden. Wir brauchen eine e-mail Adresse an die wir dann eine Einladung schicken können.
Dann könnt ihr einen Blogger-Account anlegen (falls nicht schon vorhanden) und euer eigenes Profil erstellen. Euer Name wird dann automatisch unter eure Beiträge gesetzt.

- die ganz faulen können uns ihren Beitrag auch einfach per e-mail schicken, oder in den Kommentaren hinterlegen, wir machen dann einen Beitrag daraus.